Anfang Juli 2014 wurde die erste der beiden Prüfungen vor den Sommerferien durchgeführt. Bei dieser Prüfung wollten vier Jugendliche den 1. Kyu (Braungurt) und acht Jugendliche die Prüfung zum 3. Kyu (Grüngurt) ablegen.


Aufgrund einer Änderung der Prüfungsordnung konnte die TG Friedberg diese Prüfung, mit Genehmigung des Bezirksprüfungsbeauftragten, in eigener Regie durchführen. Als Prüfer waren Horst Scheer und Bernd Wagner benannt worden.
Die Prüfung umfasst bei den Braungurten ein sehr umfangreiches Programm. Neben dem Beherrschen der Wurftechniken, der Bodentechniken, den Bewegungsaufgaben, dem Randori (Übungskampf), der Kata wird auch sehr großer Wert auf die Vorkenntnisse gelegt.
Bei der Prüfung wird sowohl von Tori (dem Werfenden) als auch von Uke (dem Geworfenen) eine sehr gute Fallschule verlangt. Bei den Wurftechniken müssen die zum Teil sehr schwierigen Techniken aus verschiedenen Situationen geworfen werden, wobei hier auch sehr auf das taktische und gegnerspezifische Verhalten geachtet wird.
Bei den Bodentechniken wird das beherrschen der sehr komplexen Sankaku-Techniken (Dreieckstechnik) bewertet, die allesamt als Halte-, Hebel- oder Würgetechnik abgeschlossen werden müssen.
Bei der Kata müssen die Prüflinge die Gruppe Te-Waza (Schulter-, Hand und Armwürfe) aus der Nage-no-Kata (Kata für den 1. Dan) vorführen. Unter Kata versteht man vorgegebene Folgen ausgewählter Techniken und Bewegungsabläufe. Sie ist ein festgelegtes System von Techniken.
Die Kata-Vorführung für den braunen Gürtel erforderteine tadellose Beherrschung der Techniken und Bewegungsabläufe. Wichtig ist hier das harmonische Miteinander der beiden Partner.
Der schwierigste Teil der Prüfung ist der Bereich Vorkenntnisse. Hier müssen die Prüflinge alle Würfe und Bodentechniken des Prüfungsprogramms beherrschen, was durch die Prüfer stichprobenartig – unter Nennung der japanischen Namen - abgefragt wird. All diese Prüfungsbereiche konnten von den 4 Prüflingen ohne Probleme vorgeführt werden. Hier hat sich das sehr intensive Training der vier Aspiranten Sabrina Scheer, Oliver Pribilla, Emil Suhrab und Rafael Steppan sowie Vanessa Seitz als Partnerin und Trainerin ausbezahlt. Dieses Training umfasste, neben vielem Einzeltraining, auch die Teilnahme an einem Kata Intensivlehrgang bei dem Katabeauftragten des HJV. Aber auch für die Grüngurte war dies eine komplexe Prüfung. Erstmals müssen sie, neben den bisherigen Prüfungsfeldern Fallschule, Wurftechniken, Bodentechniken und Anwendungsaufgaben nun auch noch die Prüfungsfelder „Vorkenntnisse “ und „Kata“ beherrschen.

Während der Bereich Vorkenntnisse durch regelmäßiges Üben und Wiederholen bei Fortgeschrittenen Judoka in Fleisch und Blut übergeht, stellen die Komplexe „Stand, Boden und Kata“ an die Prüflinge hohe Anforderungen. Neben dem beherrschen der reinen Grundtechniken im Stand und Boden müssen diese Techniken auch anhand realistischer wettkampfbezogener Situationen demonstriert werden. Bei dem Einstieg in die Kata soll den Grüngurten erstmals auch das „formelle Üben“ vermittelt werden als eine andere Art, Judo zu betreiben und zu verstehen. Bei ihnen sind die Vorgaben für das Vorführen der Kata noch nicht so streng, dafür aber ist diese „neue“ Art des Judos für viele eine Herausforderung.
Aufgrund der soliden und intensiven Grundausbildung die alle Prüflinge durch ihre Trainer erhalten hatten, konnten sie die Prüfungsaufgaben problemlos bewältigen.
Nachdem die Teilnehmer ihre jeweiligen Prüfungsaufgaben gezeigt hatten, mussten alle zum Abschluss noch einmal zum Randori (Wettkampfbezogenes Üben) antreten. Hier konnten die Prüflinge die gestellten Aufgaben im Stand und Bodenkampf ebenfalls zur Zufriedenheit der Prüfer erfüllen.
Nach über drei Stunden Anstrengung und Nervosität erhielten die Teilnehmer dann von den beiden Prüfern je eine Urkunde über die bestandene Prüfung. Folgende Judoka absolvierten erfolgreich die Prüfung.

Zum Braungurt:
Sabrina Scheer, Oliver Pribilla, Emil Suhrab und Rafael Steppan.
Zum Grüngurt:
Saskia Mörler, Jonas Greb, Fabian Klein, Nils Lang, Dominik Lorrych, Michel Montalto, Kai-Lukas Schmidt und Marcel von der Wehd.

Für die Braungurte, die nun die Endstufe der „Farbgurte“ erreicht haben, eröffnet sich nun die Möglichkeit eine Lizenz als Trainer-C (Fachtrainer Judo) anzustreben oder sich auf die Prüfung zum Erwerb des schwarzen Gürtels vorzubereiten.

 

Juli 2014